Wissen validieren im Autohaus
Ein falscher Abholtermin kostet mehr als eine späte Antwort
Wenn eine KI dem Kunden sagt, das Auto sei fertig, obwohl noch ein Teil fehlt, steht er umsonst am Tresen. Deshalb entsteht bei uns nur ein Entwurf, der sich auf eine prüfbare Quelle stützt – und ein Mensch gibt ihn frei.
Die Ausgangslage
Viele Anfragen im Autohaus lassen sich aus vorhandenen Daten beantworten: Auftragsstand, Liefertermin eines Teils, Öffnungszeiten der Annahme, Preis einer Standardinspektion. Gerade deshalb liegt es nahe, eine KI vorbeantworten zu lassen.
Das Risiko sitzt in den Details. Ein Teil ist bestellt, aber der Liefertermin hat sich verschoben. Die Preisliste für Inspektionen stammt aus dem Vorjahr. Der Werkstattmeister hat mündlich gesagt, dass es heute nichts mehr wird, im System steht noch der alte Fertigstellungstermin. Ein Sprachmodell erkennt keinen dieser Fälle von selbst und formuliert trotzdem eine überzeugende Antwort.
Vorgehen
So setzen wir an
Schritt 1
Zulässige Quellen festlegen
Welche Daten eine Auskunft stützen dürfen, bestimmt der Betrieb: Auftragsstatus aus dem DMS, die aktuelle Servicepreisliste, die Öffnungszeiten. Alles andere wird nicht herangezogen.
Schritt 2
Stand und Widersprüche markieren
Jede Quelle trägt einen Stand. Widersprechen sich Auftragsstatus und eine neuere Notiz der Werkstatt, entsteht kein Entwurf, sondern ein Hinweis an die Annahme.
Schritt 3
Goldset aus echten Kundenfragen
Gemeinsam mit Annahme und Teiledienst sammeln wir reale Fragen samt richtiger Antwort und Fundstelle. Daran wird jeder Ablauf geprüft, bevor er in den Betrieb geht. Eine erfundene Angabe ist ein Ausschlusskriterium.
Schritt 4
Freigabe am Tresen
Auskünfte an Kunden laufen auf der Stufe „Gelb“: Das System bereitet vor, der Serviceberater prüft und schickt ab. Preise und Kulanzfragen bleiben grundsätzlich beim Menschen.
Ein typischer Fall
Ein Kunde fragt per Mail, ob er seinen Wagen am Nachmittag abholen kann. Laut DMS ist der Auftrag abgeschlossen. In der Werkstattnotiz von vor einer Stunde steht aber, dass die Probefahrt nach der Reparatur noch aussteht. Statt einer Zusage bekommt die Annahme den Hinweis auf den Widerspruch, klärt kurz mit dem Meister und schickt dann eine Antwort, die stimmt.
Wo der Mensch entscheidet
Technische Fehlersuche, Preiszusagen außerhalb der freigegebenen Liste und Kulanzentscheidungen formuliert das System nicht. Es liefert ein Verfahren, das Auskünfte prüfbar macht; die fachliche Verantwortung bleibt im Betrieb.
Unsere Rolle und Grundsätze →Anwendungsfälle
Passende Abläufe im Autohaus
Weitere Themen im Autohaus
- Datenanalyse →Was im Autohaus liegen bleibt, zeigt kein Verkaufsbericht
- Kommunikation →Der Kunde ruft an, schreibt und steht dann am Tresen. Es ist derselbe Vorgang.
- Wissensmanagement →Was die Werkstatt über ein Fahrzeug weiß, sollte beim nächsten Besuch noch da sein
Wissen validieren in anderen Branchen
Erstgespräch
Sehen wir uns Ihren größten Zeitfresser an.
Ein Gespräch, keine Präsentation. Wir schauen uns an, worüber in Ihrem Betrieb kommuniziert wird, wo Vorgänge auseinanderfallen und was sich mit welchem Aufwand automatisieren lässt. Unverbindlich.
Erstgespräch vereinbarenHäufig gestellte Fragen
KontaktKann die KI technische Fragen zum Fahrzeug beantworten?
Nein. Fragen zu Schäden, Ursachen oder Reparaturwegen gehen an die Werkstatt. Das System bereitet nur Antworten vor, die durch freigegebene Daten gedeckt sind.
Wie oft wird das Goldset geprüft?
Vor dem Start jedes Ablaufs und erneut, wenn sich Quellen ändern, etwa bei einer neuen Preisliste oder einem neuen Werkstattplaner. Den Rhythmus legen wir mit Ihnen fest.
Was passiert, wenn eine Quelle fehlt?
Dann entsteht kein Entwurf, sondern ein Hinweis, dass die Frage von einem Menschen beantwortet werden muss. Eine Lücke zu benennen ist besser als eine geratene Antwort.