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Projektverwaltung

Projektakte

Die Projektakte ist die geordnete Sammlung aller Unterlagen, die den Verlauf eines Projekts belegen: Auftrag, Verträge, Pläne und Spezifikationen in ihren gültigen Fassungen, Protokolle, Änderungen, Abnahmen und der relevante Schriftverkehr. Sie soll es einer Person, die nicht dabei war, ermöglichen, den Projektverlauf nachzuvollziehen.

Mehr als ein Projektordner

Ein Netzlaufwerk mit einem Ordner pro Projekt ist noch keine Akte. Dort liegen Entwürfe neben Endfassungen, private Notizen neben Verträgen, Fotos ohne Datum neben Lieferscheinen. Eine Akte ist kuratiert: Sie enthält das, was gilt oder gegolten hat, mit erkennbarem Datum und Status. Der Unterschied zeigt sich spätestens, wenn eine Kollegin aus einem anderen Team eine Frage beantworten soll und nach einer Viertelstunde Suchen aufgibt.

Was typischerweise hineingehört

Am Anfang stehen Anfrage, Angebot, Auftrag und vertragliche Grundlagen. Dann folgen die fachlichen Unterlagen in ihren freigegebenen Ständen, Besprechungsprotokolle mit Beschlüssen, Änderungswünsche und deren Bewertung, Freigaben, Mängel- oder Fehlerlisten, Abnahmeprotokolle und Schlussrechnung. Dazu kommt der Schriftverkehr, der eine Entscheidung begründet oder eine Zusage enthält. Nicht jede Mail gehört in die Akte, aber jede Mail, ohne die eine spätere Frage nicht beantwortbar wäre.

Die eigentliche Schwierigkeit: der Schriftverkehr

Pläne und Verträge landen meist zuverlässig in der Ablage. Der Teil, der fehlt, steckt in persönlichen Postfächern und Chatverläufen. Eine Terminzusage des Lieferanten, die Bitte des Auftraggebers um eine Variante, der Hinweis eines Fachplaners auf ein Risiko: Das sind oft die Stellen, die später zählen. Gelöst wird das nicht durch die Anweisung, alles abzulegen, sondern durch einen einfachen Weg, relevante Nachrichten einem Projekt zuzuordnen, ohne sie aus dem Postfach herauszukopieren.

Pflege während des Projekts statt am Ende

Eine Akte, die erst zum Projektabschluss zusammengestellt wird, ist lückenhaft, weil Erinnerungen verblassen und Beteiligte gewechselt haben. Besser ist ein fester Rhythmus, etwa nach jeder Besprechung oder Lieferung, und ein klarer Status je Dokument: Entwurf, freigegeben, ersetzt. Ersetzte Fassungen werden nicht gelöscht, sondern als solche markiert. Hier kann ein KI-Werkzeug unterstützen, indem es eingehende Unterlagen dem Projekt zuordnet und auf mögliche Widersprüche zwischen Fassungen hinweist; welche Fassung gilt, legt ein Mensch fest.

Grenzen einer Akte

Auch eine gut geführte Akte zeigt nur, was festgehalten wurde. Mündliche Absprachen ohne Nachweis, Entscheidungen auf dem Flur oder Bauchgefühle erfahrener Beteiligter bleiben draußen. Ob und wie eine Unterlage in einem Streitfall als Nachweis taugt, ist eine rechtliche Frage, die eine Akte allein nicht beantwortet. Sie schafft aber die Grundlage, auf der eine solche Prüfung überhaupt möglich ist.

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Häufig gestellte Fragen

Kontakt
Muss die Projektakte in einem eigenen System liegen?

Nein. Viele Betriebe führen sie in der vorhandenen Dokumentenablage oder Projektsoftware. Wichtig ist eine einheitliche Struktur und dass erkennbar ist, welche Fassung gilt.

Wer ist für die Projektakte verantwortlich?

In der Regel die Projektleitung, die die Pflege an eine Assistenz oder ein Projektbüro übertragen kann. Die Verantwortung für den Inhalt einzelner Unterlagen bleibt bei den jeweiligen Fachzuständigen.

Was passiert mit der Akte nach Projektende?

Sie wird geschlossen und archiviert. Welche Aufbewahrungsfristen gelten, hängt von Vertrag, Branche und Unterlagenart ab und sollte mit der zuständigen Stelle im Betrieb geklärt werden.